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Leit


Medien



Jahrestagung


15.11. - 16.11.2007

Artur-Woll-Haus Siegen




Längere Zeit schien die Medienlandschaft, auch und gerade in der Bundesrepublik, vergleichsweise stabil: viel Kontinuität und wenig Wandel. Dies gilt sowohl für die Wahrnehmung von Medienhierarchie (Fernsehen/Hörfunk/Presse) als auch für die einzelnen Titel (Sender/Sendungen, Zeitungen bzw. Zeitschriften). Selbst die Verwerfungen durch das Hinzutreten der Privatsender wirken in der Rückschau wenig dramatisch: Der digitale Medienumbruch und der Durchbruch des Internets (besonders des World Wide Web) scheint eine ganz andere Qualität zu haben, indem er alte Gewissheiten in Frage stellt, z. B. den Unterschied zwischen Individual- (Telefonie) und Massenkommunikation (Fernsehen).

Die Jahrestagung des Forschungskollegs 615 'Medienumbrüche' an der Universität Siegen am 15./16. November 2007 (Programm unter www.fk615.uni-siegen.de) will für die Diskussion den Begriff Leitmedien fruchtbar machen. Dieser Begriff ist scheinbar unmittelbar vom vorwissenschaftlichen in den nachwissenschaftlichen Sprachgebrauch gewechselt; er wird vielfach undifferenziert benutzt (und in dieser Form dann auch ebenso undifferenziert kritisiert). Tatsächlich scheint der Begriff aber geeignet, Phänomene zu beschreiben, die sowohl den gegenwärtigen Medienumbruch als auch frühere Verwerfungen der Medienhierarchie betreffen.

In 21 Vorträgen werden verschiedene Aspekte des Phänomens herausgearbeitet. Dabei wird es nicht zuletzt darum gehen, den Begriff 'Leitmedium' theoretisch besser einzuführen. Inwiefern lässt sich z. B. davon sprechen, dass das Fernsehen in der späten Bonner Republik das Leitmedium war? Lässt sich dies allein an Einschaltquoten oder Werbeumsätzen festmachen? Oder ist entscheidend, ob und mit welcher Wirkung bestimmte Eliten oder Multiplikatoren (z. B. Journalisten und andere Medienschaffende) erreicht werden, ob sich z. B. Agenda-Setting-Effekte zeigen lassen?

Die Tagung wird sich vor allem auch mit dem Fragenkomplex zu befassen haben, in welche Richtung die Entwicklung derzeit geht: Können sich die 'alten' Leitmedien in der neuen Hierarchie behaupten und wie - nur/auch durch Zuhilfenahme des Verbreitungswegs World Wide Web? Wird das WWW seinerseits Leitmedium oder wird dieser Begriff so vielleicht nicht (mehr) anwendbar sein?



Jahrestagung '07

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