Intermedialität - Analog/Digital

Theorien, Methoden, Analysen

Herausgeber:
Jens Schröter, Joachim Paech
Autoren:
Peter Gendolla, Michael Lommel, Volker Roloff, Jens Schröter, Frans-Josef Albersmeier, Friedrich Balke, Jay David Bolter, Vittoria Borsó, Gabriele Brandstetter, Karin Bruns, Lena Christolova, Bernhard J. Dotzler, Susanne Foellmer, Frank Furtwängler, Charles Grivel, Aage A. Hansen-Löve, Yvonne Hardt, Ernst W.B. Hess-Lüttich, Knut Hickethier, Francois Jost, Mookyu Kim, Stefan Kramer, Albert Kümmel-Schnur, Tabea Lurk, Jochen Mecke, Jürgen E. Müller, Beate Ochsner, Roger Odin, Joachim Paech, Brigitte Peucker, Karl Prümm, Irina Rajewsky, Stefan Rieger, Claudia Rosiny, Irmela Schneider, Harro Segeberg, Almut Todorow, Kirsten von Hagen, Waltraut 'Wara' Wende, Michael Wetzel

Wilhelm Fink, München 2008
ISBN-Nr.: 978-3-7705-4374-8

Die Intermedialitätsforschung untersucht die transformativen Beziehungen innerhalb und zwischen den traditionellen, handwerklichen Künsten, den neuen (analogen) technisch-apparativen sowie den ›neuesten‹ (digitalen) Medien. Sie steht heute im Zentrum einer geistes- und kulturwissenschaftlichen, interdisziplinären Forschung zur Theorie, Geschichte und Analyse der Medien. Der Band leistet eine Bestandsaufnahme der internatonalen Intermedialitätsforschung und ihres Beitrags zum Verständnis und zur Konzeptualisierung des Übergangs von primär ›analogen‹ zu primär ›digitalen‹ Medien. Dabei werden Fragen nach der Diskurs- und Technikgeschichte von Intermedialität, nach den verschiedenen Bereichen transformativer Praktiken und nach den Problemen und Potentialen der zugrunde liegenden Medienbegriffe erörtert. Zugleich werden die verschiedenen Ansätze in detaillierten Analysen exemplarischer Einzelfälle (aus Literatur, bildender Kunst, Tanz, Film, Video, Computerspiel etc.) konkretisiert.




Rezensionen:


erschienen in: Rezensionsforum literaturkritik.de, Nr. 8, August 2008 (http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=12140)

Der Sammelband soll, so der Klappentext, "eine Bestandsaufnahme der internationalen Intermedialitätsforschung und ihres Beitrags zum Verständnis [...] des Übergangs von primär ,analogen' zu primär ,digitalen' Medien" leisten. Dabei beschränken sich die zahlreichen Autoren keineswegs auf analoge und digitale Medien, die Offenheit des Begriffs 'intermedial' wird voll ausgeschöpft. Nachdem im ersten Teil des Buches übergreifende Methoden, Theorien und Problemfelder der Intermedialitätsforschung vorgestellt werden, thematisiert das zweite Kapitel intermediale Komplexe in der Literatur.

Die heute gängige Verbindung der Kunstform ,Tanz' mit elektronischer und digitaler Technik, Video-Installationen und Computer-Kunst prädestiniert das performative Medium ,Tanz' als Bindeglied zwischen dem dritten und fünften Kapitel. Diese beschäftigen sich wiederum nicht nur mit Korrelationen analoger und digitaler Medien. Gerade anhand der digitalen Medien werden neue Qualitäten des Begriffes ,intermedial' offengelegt: Neben dem Blick auf transformative Elemente im Austauschprozess verschiedener Künste mache die digitale Programmierbarkeit, so die Herausgeber, die potenzielle Simulierbarkeit einer spezifischen medialen Form deutlich.

Der exponierte Stellenwert der Beziehung analog-digital in diesem Sammelband liegt in dieser These begründet. Die digitale Simulierbarkeit medienspezifscher Formen stellt die bisherige Anwendung des Begriffes - (transformative) Korrelationen zwischen den Kunstformen - stark in Frage. Formale Eigenheiten des Digitalen fernab seiner markanten kulturellen Erscheinungsformen von Sampling und Remix des Dagewesenen, oder auch die Frage nach Art und Weise des Fortbestehens alter Medien im neuen Supermedium sind von zentraler Bedeutung für diesen Band. Nicht weniger interessant und relevant erweist sich aber auch die althergebrachte Perspektive auf das Intermediale. Wenn etwa Joachim Paech und Karl Prümm in ihren Beiträgen die Unschärfe als ureigene Form des ersten apparativen Bildmediums, der Camera Obscur, erkennen und sich ihrer weiteren Verwendung in anderen Medien wie der Malerei zuwenden, treten Sinn und Anwendbarkeit des manchmal inflationär anmutenden Begriffes "Intermedialität" deutlich hervor.

von M.R





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