A10 Trancemedien und Neue Medien in den beiden Globalisierungsschüben (1900 und heute)

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Projektleiter:
Prof. Dr. Erhard Schüttpelz
Tel.: 0271/740-2751

MitarbeiterInnen:
Mohamed Amjahid
Marina Artino
Anja Dreschke
Dr. Marcus Hahn
Martin Zillinger

Raum: AE-B 109

Tel: +49 (0)271/740-4542

Projektlaufzeit:
2007-

Die beiden großen Globalisierungsschübe werden durch zwei Medienumbrüche mitgestaltet, und vice versa: durch analoge Neue Medien um 1900, und durch digitale Neue Medien in der Gegenwart. Für die Moderne ist bekannt, dass das Auftreten Neuer Medien mit zentralen Debatten über die 'Modernität' und 'Modernisierung' von Trancepraktiken einherging. Insbesondere der Spiritismus des 19. Jahrhunderts löste durch seine Praktiken und kosmologischen Ansprüche eine langanhaltende Debatte über die Modernität von Trancemedien und ihre Verwendung Neuer Medien aus. Diese Debatte ist um 1900 in Form ihrer Kulturtechniken und theoretischen Topoi in die künstlerischen Avantgarden, die Theoriebildung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen (etwa der Psychiatrie und der Ethnologie), die Kategorisierung 'okkulter' Praktiken, und in den Kernbestand der späteren Medientheorien (aus der Massenpsychologie) eingegangen.

Durch Forschungen der internationalen und der deutschen Media Anthropology / Medienethnologie ist in den letzten Jahren demonstriert worden, dass ganz analoge Debatten über die 'Modernität' der Interferenz von Trancemedien und Neuen Medien im Zuge der Globalisierung weltweit transferiert wurden, und aktuell zu beobachten sind. Das Teilprojekt soll daher beide 'Medienumbrüche' verbinden und vergleichen:

(1.) durch eine Rekonstruktion der Debatte über die 'Modernität' der Interferenz von Trancemedien und Neuen (analogen) Medien um 1900, und

(2.) durch die Ethnographie einer aktuellen Auseinandersetzung über die 'Modernität? islamischer Trancepraktiken und ihre Verwendung Neuer (digitaler) Medien.

Die medienethnographische Forschung des Teilprojekts wird sich auf marokkanische Trancekulte und ihre Verflechtung mit der marokkanischen Diaspora konzentrieren. Marokkanische Trancekulte sind ein klassisches Gebiet der Tranceforschung und gehören zum öffentlichen, kulturellen und politischen Leben dieses Landes. Zur Zeit entwickeln sie eine neue Dynamik: (a) in der Auseinandersetzung mit 'islamistischen' und nationalpolitischen Ansprüchen, (b) durch ihre transnationale Verflechtung mit diasporischen Gemeinschaften, und (c) durch eine auffällige Aneignung und Umgestaltung digitaler Neuer Medien im Rahmen der Organisation, Publikation und biographischen Erinnerungskultur der Trancepraktiken und ihrer Teilnehmer. Die Ethnographie dieser Interferenz zwischen Trancemedien und Neuen Medien soll durch den historischen Vergleich

(3.) zu einer Revision medienhistorischer Modernisierungskonzepte und medienanthropologischer Debatten um den Begriff der Kulturtechniken beitragen.

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Tagungsprogramm - Trance-Medien und Neue Medien um 1900


Teilprojekte

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