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A6 Protest- und Medienkulturen im Umbruch. Transnationale Corporate Campaigns im Zeichen digitaler Kommunikation

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Projektleiter:
Prof. Dr. Sigrid Baringhorst
Tel.: +49(0)271/740-4510

MitarbeiterInnen:
Caroline Johnen
Veronika Kneip
Henrike Libal
Franziska Liebig
Annegret März
Johanna Niesyto
Michaela Schreiber
Stefanie Wischnat
Timo Zaeck

Raum: AE-B 103

Tel: +49 (0)271/740-4921

Projektlaufzeit:
2005 - 2010

Projektfoto

Mit fortschreitender ökonomischer Globalisierung im Zeichen neoliberaler Reformpolitik gewinnen multinationale Konzerne gegenüber nationalen Regierungen und internationalen Organisationen an Macht. Gleichzeitig können global agierende Unternehmen jedoch Opfer ihrer eigenen imagezentrierten Marketingstrategien werden. Sie sind angreifbar für Protestbewegungen, die sich nicht nur gegen nationale und supranationale politische Entscheidungsträger, sondern zunehmend auch gegen einzelne Unternehmen oder ganze Branchen richten.

Der Medienumbruch von analogen zu digitalen Technologien bietet dabei neue mediale Gelegenheitsstrukturen für innovative Formen post-konventioneller politischer Partizipation. Während massenmedial kommunizierte Unternehmens-PR und Produktwerbung die Bedingungen für die Verbreitung von Produkt- und Firmenimages gelegt haben, wird mit dem Übergang zur multimedialen Gesellschaft, insbesondere durch das Internet, die technische Möglichkeit einer Transformation politischen Protests in Richtung transnationaler Konsumentenkampagnen eröffnet. Mit der Entwicklung des Internets bilden sich neue technische Möglichkeiten, zu geringen Kosten, in enormer Geschwindigkeit und jenseits der Selektionszugriffe journalistischer Gatekeeper sowie zensierender Eingriffe staatlicher Instanzen, räumlich entgrenzte Protestnetzwerke zu mobilisieren.

Das Teilprojekt wird in diesem Zusammenhang neue Formen und Möglichkeiten computervermittelter politischer Partizipation für transnationale Corporate Campaigns untersuchen. Jene, seit den 1990er Jahren außerordentlich bedeutsam gewordenen Kampagnen, zielen auf eine Änderung der Einstellungen und des Verhaltens von Bürgern als Konsumenten (Consumer Citizen) und richten sich primär gegen einzelne transnationale Konzerne (z.B. Microsoft) bzw. Branchen (z.B. Sportartikelhersteller). Neben der Auswirkung der Internetkommunikation auf die Struktur von Protestorganisationen und auf die Vernetzung zwischen lokalen, nationalen und transnationalen Akteuren und Arenen, sollen Handlungsprogramme und Deutungsrahmen der Kampagnen sowie Formen der kollektiven Identitätsstiftung und Protestinszenierung im Netz untersucht werden.



In einer abschließenden Publikation stellt das Projekt eine umfassende Studie unternehmenskritischen Protests im deutschsprachigen Web dar. Die Publikation gliedert sich in die einzelnen Untersuchungskomplexe Framing/Problemdeuten, Einbinden/Identität Stiften, Mobilisieren und Integrieren/Vernetzen, in denen jeweils dem Wandel von Protest in Online- und Offline-Räumen komplexer Kampagnenkommunikation nachgespürt wird: Inwiefern bietet das Internet neben politischen und ökonomischen Strukturen eine mediale Gelegenheitsstruktur für konsumeristische Protestpolitik, die auch über nationalstaatliche Grenzen hinausreicht? Im Ausblick reflektiert Sigrid Baringhorst die Projektergebnisse vor der Frage nach einem neuen Verständis des Politischen.

Link zur Publikation



Aufbauend auf den Ergebnissen des abgeschlossen Forschungsprojektes soll die Verknüpfung von politischen Partizipationsformen und der Nutzung neuer Medien auf der Ebene des indviduellen Bürgers untersucht werden. Informationen zu den aktuellen Forschungsaktivitäten finden Sie auf dem Blog "Consumer Participation“.

Link zum Blog

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weitere Internetpräsenz des Projektes


Conference programm: Social Web


Teilprojekte

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