B1 Intermedialität im europäischen Surrealismus

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Projektleiter:
Prof. Dr. Volker Roloff
Tel.: +49(0)271/740-4577

MitarbeiterInnen:
Justyna Olimpia Cempel
Gesine Hindemith
Dr. Michael Lommel
Dr. Isabel Maurer-Queipo
Dr. Nanette Rißler-Pipka
Daniel Seibel

Raum: AE-B 204

Tel: +49 (0)271/740-4957

Projektlaufzeit:
2002 -

In dem Forschungsprojekt geht es darum, den europäischen Surrealismus, der in den 20er und 30er Jahren in Frankreich und Spanien seine spektakulärsten Wirkungen erreicht, als Paradigma für die Untersuchung der Medienumbrüche des 20. Jahrhunderts und für die Entwicklung neuer Konzepte der Intermedialität hervorzuheben. Der besonders mit dem Film seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbundene Medienumbruch wird in den europäischen Avantgarden früh erkannt und als solcher reflektiert und bestimmt in zunehmendem Maße die künstlerische Praxis. Vor allem die surrealistischen Medienexperimente der 20er und 30er Jahre sind ein Beispiel dafür, dass Medienumbrüche nicht allein durch die Daten und Ereignisse der Technikgeschichte, sondern auch durch verschiedene Phasen der künstlerischen Aneignung und prise de conscience markiert sind. Die Kunst der Surrealisten ist - viel mehr, als die traditionellen, auf einzelne Künste und Medien fixierten Forschungen dazu bisher zeigen konnten - in ihrer ästhetischen Programmatik und Praxis als ars combinatoria zu begreifen, als ein Spiel zwischen den Medien und mit den neuen Medien, und damit als ein Wechselspiel zwischen Literatur, bildenden Künsten, Theater, Musik und vor allem den neuen Medien wie Fotografie und Film. Die künstlerische Praxis der Surrealisten erscheint als Versuch, die Brüche und Zwischenräume zwischen den Medien zu erfassen und von daher auch die gesellschaftlich etablierten Institutionen der Kunst in Frage zu stellen. Die wichtigsten Künstler des Surrealismus sind schon in einer frühen Phase dabei, Werkstätten einer intermedialen Produktion, Rezeption und Reflexion zu schaffen, neue Spielformen und Wechselwirkungen zwischen den alten und neuen Medien zu erproben, d.h. avant la lettre intermediale Konzepte und Grenzüberschreitungen in die ästhetische Praxis umzusetzen und damit bereits Veränderungen der Wahrnehmung, die mit den neuen Medien verbunden sind, zu reflektieren.

So entstehen intermediale Inszenierungen, Komplexe und Figuren, die Transformationen und Passagen zwischen den Medien illustrieren, Kombinationen und Konfusionen, die - im Unterschied zu älteren Konzepten eines Gesamtkunstwerks - Zwischenräume und Brüche zwischen Text, Bild und Ton zur Darstellung bringen. Durch eine Reihe von Fallstudien soll gezeigt werden, wie sich Intermedialität als Prozess in der Geschichte der Künste, im Übergang zu den neuen Medien ereignet (vgl. Müller 1996; Paech 1997) und welche Verfahrensweisen, Dispositive und gat-tungsgeschichtlichen Prozesse dabei unter produktions- und rezeptionsästhetischen Aspekten eine Rolle spielen. Da surrealistische Verfahrensweisen und Konzepte auch in den Medien und Medienkünsten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts relevant sind, leistet das Teilprojekt einen Beitrag zur Analyse des historischen und des gegenwärtigen Medienumbruchs - und damit zugleich zu einer Theorie der Medienumbrüche, die von der intermedialen künstlerischen Praxis der europäischen Avantgarden ausgeht. Das Teilprojekt verbindet dementsprechend verschiedene medienästhetische und medienhistorische Teilbereiche des Gesamtprojekts miteinander.

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Programm zum Workshop: Virtuelle Spiele: Film und Computer



Tagungsprogramm Picasso


Teilprojekte

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