B2 Macht- und Körperinszenierungen in der italienischen Medienkultu

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Projektleiter:
Prof. Dr. Walburga Hülk-Althoff
Tel.:

MitarbeiterInnen:
Marijana Erstic
Tanja Schwan

Raum:

Tel:

Projektlaufzeit:
2002 - 2005

Das Teilprojekt 'Macht- und Körperinszenierungen in der italienischen Medienkultur' befasst sich innerhalb des Teilbereichs 'Medienästhetik' mit der Erforschung der italienischen Avantgarden im europäischen Kontext von 'Medienumbrüchen' des 20. Jahrhunderts. Es analysiert im Zusammenhang komparatistischer und interkultureller Fragestellungen die medial inszenierten Veränderungen ästhetischer Konzepte und Wahrnehmungsmuster sowie die zentrale Performanz von 'Körper' und 'Macht'. Der Medienumbruch 2000 wird kontrastiv ins Blickfeld gerückt, um der Frage nach der Aktualisierung, Differenzierung und Digitalisierung von Themen und Techniken der historischen Avantgarden in der Gegenwart nachzugehen.

Die Jahre 1900-1930 markieren in Italien einen komplexen und gebrochenen, innerhalb stil- und epochengeschichtlicher Abgrenzungsmodelle und Ordnungsstiftungen nicht klassifizierbaren Zeitraum. Dieser ist innerhalb der simultanen europäischen Entwicklungen der Avantgarden und des Faschismus medienkulturell zu situieren. Die Eckdaten lassen sich mit symptomatischen medialen Ereignissen präzisieren: der Publikation des Romans Il Fuoco von Gabriele D'Annunzio (1900) und der Gründung des 'Ente nazionale della moda? in Turin (1932). Sie akzentuieren eine Phase der Überlagerung und Hybridisierung der Medien, in der eine neue Alltagskultur entsteht.

Stimme und Blick, Wort und Gebärde, Rhetorik und Theatralik als Funktionen von Macht- und Körperinszenierung erweisen sich bereits bei D'Annunzio als eine in den tradierten Künsten (Malerei, Theater, Literatur, Musik, Tanz) entworfene, aber erst durch die technischen analogen Medien öffentlich vollzogene Demagogie. Diese Medien - namentlich Fotografie, Kino, Radio -, im Verbund mit alltagskulturellen Praktiken erschließen, produzieren und differenzieren neue Wahrnehmungsmuster und Spielformen in neuen Raum-Zeit-Mustern, mobilisieren die Sinne und die Vorstellungskraft und propagieren den Athletismus.

Die zunächst lebensphilosophisch fundierten, schon beim späten D'Annunzio und im Futurismus technisch kodierten Konzepte der Theatralität, des Vitalismus und der Hygiene finden sich wieder im digitalen Medienumbruch zum 21. Jahrhundert. In der aktuellen alltags- und medienkulturellen Entdifferenzierung von Freizeit, Körperkult, Kunst und Kriegsspiel (Techno, Mode, Videospiele) lassen sich Szenarien und Simulationen erkennen, die D'Annunzios Machttheater ebenso wie die Körpermodellierungen der Futuristen im Kern bereits vorwegnahmen.

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Abschlussbericht


Teilprojekte

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