B6 Literatur in Netzen/Netzliteratur

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Projektleiter:
Prof. Dr. Peter Gendolla
Tel.: +49(0)271/740-4591

MitarbeiterInnen:
Markus Bauer
Andreas Hetzer
Fariborz Mansouri
Timo Rehmann
Dr. Jörgen Schäfer
Patricia Tomaszek

Raum: AE-B 101

Tel: +49 (0)271/740-4929

Projektlaufzeit:
2002 -

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Das Teilprojekt konzentriert sich auf Veränderungen der literarischen Kommunika-tion durch und in vernetzten Medien. Literatur ist in elektronischen Kommunikationsnetzen (bes. Internet und Multimedia-Anwendungen im WWW) vielfältig präsent. Umstritten bleibt, ob diese Netze lediglich ein weiteres, nun digitales Archiv für Literatur bereitstellen, oder ob sich hier inzwischen Formen entwickelt haben, deren ästhetische oder literarische Qualitäten sich ausschließlich im Netzmedium realisieren lassen. Die angestrebte Recherche, Beschreibung und Analyse lässt sich mit den beiden im Titel benannten Polen Literatur in Netzen und Netzliteratur abstecken.

Der erste Pol bezeichnet die Archivierungsfunktion: Literarische Texte werden aus ihren tradierten medialen Zusammenhängen in vernetzte Medien übertragen. Die Utopie einer frei zugänglichen Universalbibliothek wird auf diese Weise zunehmend realisiert. An den Texten selbst ändert dies zunächst wenig. Für sie wird lediglich ein neues Archiv, ein anderer - hoffentlich haltbarer - und leicht zugänglicher Speicher bereit gestellt.

Der zweite Pol ist von weit größerem Interesse: Literatur wird nicht einfach in neuem Gewand präsentiert, vielmehr werden Formen einer ästhetisch eigenständigen 'Netzliteratur' entwickelt, die es möglichst umfangreich zu erfassen und systematisch zu analysieren gilt. Bislang sind unter verschiedenen Begriffen (z.B. digitale Dichtung, Internetliteratur, interaktive Literatur, Cyber- bzw. Hyperfiction) nur bestimmte Aspekte der Digitalisierung, der Koproduktion bzw. Kooperation sowie neue Formen literarischer Interaktivität zwischen Menschen und Maschinen thematisiert worden. Diese Schlagwörter kennzeichnen jedoch alle elektronisch vernetzten Kommunikationsprozesse (Heibach 1999). Weder die wesentliche semiotische Differenz zwi-schen Zeichenketten und Zeichennetzen noch spezifische literarische Qualitäten von Netzliteratur werden mit ihnen erfasst. Ob und wie also die ästhetische Differenz, wie sie für gedruckte Texte umfangreich erforscht worden ist, auch für Literatur in elektronischen Netzen existiert, bildet die zentrale Fragestellung des Forschungsprojekts. Dabei werden Reichweiten und Grenzen tradierter wie neu vorgeschlagener literaturtheoretischer Begriffe zu untersuchen sein.

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Reading Digital Literature: American-German Conference

Tagungsseite: Beyond the Screen

Teilprojekte

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